Le Ponteil

 

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Le Ponteil (Dauphiné) SO-/SW-Wand (1.788 m)
„Nid d’Aigle“
„Ricollet“
„Yakafocon“ 
„L’Araignée“   
„L’affaire r’tourne au sol“
„Tramouillon connection“  

An den sonnenreichen Südwänden oberhalb von Le Ponteil wurde schon früh begonnen, klassische Linien zu erschließen. Nach und nach wurden dann auch durch den vermehrten Einsatz von Bohrhaken Touren auf bestem Tropflochfels eingerichtet und die alten Klassiker saniert, so dass heute ein wunderbarer „Alpinklettergarten“ entstanden ist. Gerade im Frühjahr und Herbst, wenn die hohen Ziele noch unter Schnee begraben liegen, ist die beste Zeit für einen Besuch. Dabei überrascht ein ums andere Mal, wie unterschiedlich der Charakter benachbarter Routen doch sein kann.

Um die Abseilpiste kennen zu lernen, lohnt es sich mit der „Nid d’Aigle“ zu beginnen. Sie verfolgt im unteren Abschnitt den leichtesten Weg zwischen den Dächerzonen und verläuft dabei immer auf sehr griffigem ursprünglich einmal rauen Tropflochfels. Danach werden zwei imposante Dächer in einer rustikalen Umgebung auf spektakuläre Weise überhenkelt. An den bequemen und geräumigen Ständen sitzt man jeweils tatsächlich wie in einem Adlerhorst.

Die „Ricollet“ ist etwas schwerer und auch homogener, jedoch kein bisschen weniger spektakulär. Besonders der Stand nach der schwersten Länge könnte exponierter nicht sein. Und auch in dieser Route überzeugt die Felsqualität bis auf ganz wenige Meter, und die Tropflöcher sind bis dato sogar noch erfreulich rau.

Vielleicht eine der besten Touren ist die „Yakafocon“ mit fantastischen Quergängen, ausgesetzten Ständen und stimmungsvoller Kletterei auf feinstem Tropflochfels. Etwas Unterarmkraft kann nicht schaden, denn die Tour ist anhaltend steil, teils sogar überhängend – das Ganze bei bester Absicherung.

Zu Zeiten der Erstbegehung war die „L’Araignée“ wahrscheinlich eine eher rustikale Angelegenheit. Durch die vielen Begehungen ist sie jedoch mittlerweile gut ausgeputzt und spürbar abgeklettert, was der Tour keinesfalls geschadet hat! Es überwiegt steile Kletterei an teils polierten Henkeln, denn die Route schlängelt sich durch die Dachzone der Wand. Im oberen Teil wäre ein Rückzug sehr mühsam!

Nachmittags kann, wer möchte und noch genügend Saft in den Armen hat, zur Südwestseite hinüberwechseln und die beiden kürzeren Routen anhängen. Während dort der untere Wandteil im grauen Fels eine Spur glatter ist, bestechen die oberen beiden Längen auf dem fantastisch rauen Tropflochfels mit steiler entsaftender Kletterei. Voilà – auf geht’s: zupacken, einhängen und nachchalken!

Viel Spaß und traumhafte Stunden in Le Ponteil.

 

Schwierigkeit:

„Nid d’Aigle“ VI+ (VI obl.)
„Ricollet“ VIII (VI+ obl.)  
„Yakafocon“ VII (VII- obl.)  
„L’Araignée“ VII- (VI+ obl.)   
„L’affaire r’tourne au sol“ VII (VII- obl.) 
„Tramouillon connection“ VIII (VII obl.)

Kletterlänge:

bis 150 m, je 2-3 Std. 

In der “Nid d’Aigle”.

Luftiger Quergang im oberen Teil der “Yakafocon”.

 

Steile Dachquerung in der “L’Araignée”.

 

Tour & Topo im
Kletterführer Alpen II

Toller Tropflochfels im oberen Teil der “Tramouillon connection”.

 

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