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Salzburger Hochthron (Berchtesgadener Alpen) O-Wand
“Wie a wild’s Wasser”, “Welcome to Paradise” und
“Wenn der Vater mit dem Sohne” (1.853 m)

Nach Regenfällen rauscht das wilde Wasser noch lange Zeit die Wand hinunter, wodurch sie für viele Tage unkletterbar wird. Was danach als Sand auf den oft dullenartigen Griffen zurück bleibt, dürfte nicht jeden begeistern. Dennoch gehören beide Routen zu den besten am Salzburger Hochthron, wobei das „wilde Wasser“ zumindest im Mittelteil die athletischere Kletterei bietet und für die „Paradise“ zusätzlich etwas Ausdauer, eine gute Auffassungsgabe und Technik nötig sind. Oft helfen variable Griffhaltungen wie Unter- oder Seitgriffe, die Stellen zu lösen. In beiden Touren dominiert Lochkletterei, oft allerdings an flachen Dullen. Uns persönlich hat das „wilde Wasser“ etwas besser gefallen. Um mit Spaß zur Bergstation der Bahn zurückzugelangen, sollte man schon im achten Grad unterwegs sein. Die Bewertungen der Erstbegeher haben wir teilweise um einen ganzen Grad angehoben.

Der Vater hat für den Sohn und vielleicht auch für die Allgemeinheit ein feines Sportkletterplaisir auf bis dato noch raspelrauem und teils löchrigem Qualitätsfels mit einer guten, aber nicht übertriebenen Absicherung eingebohrt. Lediglich zwei bis drei Stellen erfordern einen Vorsteiger, der sich im siebten Grad nicht schon überfordert fühlt. Dabei fängt alles ganz gemütlich an und steigert sich langsam bis zur Cruxlänge. Diese könnte notfalls rechts über das Schrofengelände des „Dreierweges“ umgangen werden. Sicher keine gute Alternative! Angesichts der vermutlich namensgebenden Originalbewertung des “Dreierweges” stehen einem allerdings alle Haare zu Berge. Für jemanden, der deutlich schwerer klettert und diese Infos einzuschätzen weiß, mag das alles keine Herausforderung sein. Für Neulinge in diesem Geschäft könnten sie jedoch schnell zu einer ernsten Gefahr werden! Unverschämt und verantwortungslos! So ist es eben nach wie vor in der bisher veröffentlichten Führerliteratur.

Nichtsdestotrotz war es für uns eine weitere traumhafte Route,  für die man im Gegensatz zu den Nachbarrouten am Berchtesgadener Hochthron zwar mit einem Bündel „Alpendollars“ zahlt, aber dafür keinen Schweißtropfen vergeudet. An schönen Wochenenden möchten wir uns den Andrang und die Steinsalven beim Abseilen allerdings nicht vorstellen...

Schwierigkeit:
“Wie a wild’s Wasser”: VIII+ (eKN VIII-)
“Welcome to Paradise”: VIII (eKN VIII-)
“Wenn der Vater...”: VII+/A0 (eKN VII-)

 

Steiles Paradies...

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