Monte Cimo

 

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Monte Cimo (Etschtal) O-Wand
“Simoncelli”, “Spigolo del quarto sole”, “Girl”, “Te lo do io il Verdon”

Nur eine knappe Autostunde von Arco entfernt, lässt sich ein Besuch am Monte Cimo auch mit dem nahegelegenen Sportklettergebiet von Ceredo verbinden. Dort können noch eventuelle Trainingsrückstände beseitigt werden, denn trotz ihrer Kürze verlangen die Routen eine gewisse Ausdauer. Liebhaber steiler Kalkklettereien finden hier somit eine gute Auswahl an Touren mit Tropflöchern teilweise so tief wie Hosentaschen, die allerdings nach intensiven Regenfällen als Vogeltränken dienen.

Zuvor, wenn es bei Südwetterlage im Sarcatal schon regnet, kann am südlichen Ende des Etschtals mit etwas Glück noch eine Route ergattert werden. Doch nicht nur deswegen lohnt sich ein Abstecher zu diesem etwas aus der Mode gekommenen Klettergebiet. Inzwischen wurden alle Routen mit soliden Bohrhaken generalsaniert, und nur vereinzelt erinnern noch alte 8-mm-Spit oder Bastelbolts an die Zeiten der Erstbegehung.

Damals lagen die gekletterten Schwierigkeiten am oberen Ende der Bewertungsskala, was vielleicht die allfällige Aufwertung erklärt. Sämtliche Routen haben wir um einen ganzen(!) – mindestens jedoch um einen Drittel – Grad aufgewertet!

Die „Simoncelli“ ist eine der zugänglichsten und gleichzeitig eine der schönsten Routen mit größtenteils kleingriffig-steiler Kletterei und ein paar kurzen Plattenstellen im oberen Teil.

Wer in Punkto Schwierigkeiten noch eine Schippe drauflegen kann, dem sei die „Girl“ empfohlen. Sie zählt sicher zu den besten Touren der Wand und gliedert sich in einen steilen bis abdrängenden unteren Teil, wo man sich gut entsaften kann, und einen stellenweise plattigen oberen Abschnitt, der dann für Abwechslung sorgt. Für Kletterer unter 1,75 Meter Körpergröße stellen allerdings sowohl einige Bohrhakenpositionen als auch die oft weit auseinanderliegenden Löcher Zusatzanforderungen.

Absolutes Highlight – nicht nur in Sachen Schwierigkeiten – dürfte die „Verdon“ sein. Stimmungsvoll, ausgesetzt und klettertechnisch anspruchsvoll sind die Attribute dieser Hammerroute.

Für den sportlichen Alpinkletterer ist noch der „Spigolo del quarto sole“ erwähnenswert, der über einen schlanken, eleganten Pfeiler im rechten Drittel der Wand verläuft. Während die erste Länge rechts des Kantenfußes noch gebührenden Abstand zu den riesigen Dächern hält, wird in der zweiten ein Dach sehr imposant umgangen, bevor athletische Kletterei zu einem bewaldeten Band in Wandmitte leitet. Danach führt ein steiler Handriss für Rissliebhaber auf die Pfeilerkante, die zum Abschluss nochmals schöne Kletterei bietet. Leider ist die Felsqualität nicht immer ideal.

 

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