Verdon

 

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Verdon, Falaise de l’Estellier
N-Wand (ca. 800 m) “Tandem pour une Évidence”

In einem entlegenen Winkel und weit weg vom Verdon-Klettertrubel verläuft dieses Prachtstück auf der Schattenseite der Schlucht. Damit verbunden sind einige nicht zu unterschätzende Risiken! Denn die Fluchtmöglichkeiten sind nicht besonders gut, und Erste Hilfe wäre selbst zu bewerkstelligen. Wer unbedingt an seiner persönlichen Leistungsgrenze klettern möchte, sollte dies bedenken oder vielleicht vorher jemandem Bescheid geben und sich nach gelungener Tour zurückmelden.

Die Route wurde von zwei Gebietskennern anscheinend nahezu zeitgleich entdeckt und dann gemeinsam eingerichtet. Unglücklicherweise haben die beiden eine unterschiedliche Ethik, was Platzierung und Anzahl der Bohrhaken anbelangt. Somit wechseln eng gesicherte Passagen mit etwas weiteren Hakenabständen. Darüber hinaus stecken für Zwerge manche Haken etwas zu hoch. Dennoch kann die Absicherung als fair bezeichnet werden und ist nur dort etwas weiter, wo es der griffige Fels zulässt.

Die Kletterei selbst beginnt mit einer stimmungsvollen Hangelquerung gefolgt von einer feingriffigen Platte. Ein zuletzt nicht leicht zu entschlüsselnder Quergang führt dann unter das erste Prunkstück: eine Rissspur für Klettergourmets! Danach folgen zwei Verschneidungslängen, von denen die erste ebenfalls als traumhaft bezeichnet werden kann, die zweite dann jedoch etwas alpinrampfig daherkommt. Über eine sehr gut gesicherte technisch-delikate Platte erreicht man den genialen Ausstiegspfeiler, wo ein Henkel und Schlitz den nächsten jagt.

Beschreibung und Topo im Kletterführer Alpen Band III.

 

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