Der etwas längere Zustieg führt durch eine einsame,
absolut stille Bergregion, und beim Bestaunen des Alpinzoos
vergeht die Zeit wie im Nu. Somit kann, wer
möchte, sich ausreichend Zeit für dieses alpine Landschafterlebnis
gönnen, denn die Sonne erscheint
auch erst gegen Mittag in der Wand. Beim Klettern
selbst zeigte uns dann ein verdutzter Steinbock wie’s
geht. Wahrscheinlich hatte er aber mehr Mitleid mit
uns pomadig daherkrauchenden Spielgenossen. Die
Kletterei führt über größtenteils festen, griffigen Fels,
und wer Alpinist genug ist, wird mit den wenigen brüchigen
oder schrofigen Passagen gut leben können.
Über weite Strecken verläuft die Route durch steile
Wandabschnitte, was sich mit zunehmender Höhe bei
der Ausdauer bemerkbar macht – zumindest, sofern
überweigend frei geklettert wurde. Denn durch die zuweilen
enge Behakung könnte man sich die schwierigsten
Stellen auch technisch hinaufschwindeln. In
den Ausdauerlängen oder einfacheren Abschnitten
sind die Abstände dagegen etwas weiter, und es muss
auch mal beherzt vorgestiegen werden. Für Alpinliebhaber
mit sportlichen Ambitionen ist dies sicher eine
schöne Gesamtunternehmung.