Die »Grenze des Menschenmöglichen« war lange Zeit
der Inbegriff für den heroischen Alpinismus im oberen
sechsten Grad. In dieser Tour trifft dies heutzutage
lediglich für diejenigen zu, die ihr Können gnadenlos
überschätzen. Für alle anderen ist sie ein Sportkletterplaisir
vom Allerfeinsten. Homogen und anhaltend
in den Schwierigkeiten, gewürzt mit einigen hübschen
Boulderpassagen und einer vorletzten Länge mit
Dacheinlage, die ausgesetzter nicht enden könnte. Im
Allgemeinen ist die Kletterei steil und athletisch und
verläuft teilweise entlang fantastischer Schuppen. Da
man bis zum späten Nachmittag im Schatten klettert,
ist die Wand ideal für die wärmeren Tage des Jahres.
Der Sektor ist sehr isoliert und wird anscheinend
kaum besucht. Eine Tatsache, die sich bald ändern
könnte.
Von den ersten zehn Metern mal abgesehen, ist die
»Ça Passe« eine weitere Perle. Mittels Quergängen
suchten sich die Erstbegeher von unten ihren Weg
entlang klassischer Riss- und Verschneidungsstrukturen,
die zuletzt durchaus für Müdigkeit sorgen.
Eine nicht zu verpassende Ausdauerroute mit einer
etwas weiteren, aber immer noch sehr fairen Absicherung.